Burnout Sympthome – Die 12 Phasen bis nichts mehr geht

Der schleichende Prozess der Burnout Sympthome

Meine Leistung nahm immer mehr ab. Mental und körperlich war ich fertig. Menschen in meinem Umfeld wurden von mir angeschrien für Kleinigkeiten. Gereizt reagiert ich auf die Fliege an der Wand.

Wie konnte es soweit kommen? Die Merkmale für Burnout Sympthome habe ich nicht wahrgenommen.

1995 machte ich als Junioverkäufer die ersten Schritte bei einem regionalen Fachhändler für Kopierer und Faxgeräte.

Mein Verkaufsgebiet hatte einen Radius von ungefähr 50 Kilometern. Aber ich wollte mehr.

Es war die Zeit des Internetbooms um das Jahr 2000 herum. Da wollte ich dabei sein.

Bei einer bekannten Onlinejobbörse machte ich den nächsten Schritt. Erste Erfolge stellten sich schnell ein. Es folgte eine Beförderung zum Key Account Manager und das Vertriebsgebiet wurde größer.

So ging es die nächsten Jahre bei verschiedenen Unternehmen weiter. Höher, schneller und weiter war meine Devise.

Doch je größer die Firmenautos wurden und je mehr Geld ich verdiente, desto mehr hatte ich die Angst das alles auch wieder zu verlieren.

Burnout war für mich ein Fremdwort und Burnout Sympthome kannte ich ebenfalls nicht. Mentale Zusammenbrüche waren etwas, was nur andere trifft. Eine Marotte von Menschen, die nicht belastbar waren. Das war meine Meinung.

Die Ansprüche an mich selbst sind immer weiter gestiegen und der Druck von außen nahm zu. Inzwischen war die DACH-Region mein Vertriebsgebiet und tagelange Reisen gehörten zum Joballtag.

Fastfood wurde zu meinem Begleiter, weil ich mir eingebildet habe keine Zeit für Pausen zu haben.

In meiner eigenen Realität gab es nichts außerhalb von Job, Karriere und Erfolg.

Das ging so fast 20 Jahre lang. Dann habe ich die Notbremse gezogen, bevor es zu spät war.

In den ganzen Jahren habe ich die Burnout Sympthome und Warnhinweise nicht wahrgenommen. 

 

Mein persönlicher Tiefpunkt

Einer meiner mentalen und körperlichen Tiefpunkte war damals die Entfernung meiner Gallenblase aufgrund meiner Lebensweise.

Aber selbst zu diesem Zeitpunkt hat es noch nicht „Klick“ gemacht. Noch immer war ich der Meinung, dass mein beruflicher Status mehr Bedeutung hatte, als meine Gesundheit.

Was ich ebenfalls nicht begriffen habe, dass sich Erfolge im Beruf und mentale Gesundheit nicht ausschließen.

Ich habe aber die Ursache nicht erkannt. Zum Burnout ist es zum Glück nie gekommen. Aber ich befand mich mitten in der Spirale der Burnout Sympthome.

So wie bei mir muss es nicht bei jedem sein. Auch Jobs außerhalb vom Vertrieb können mental fordernd sein.

Was die Ursache bei mir war? Ich wollte jedem beweisen, dass ich gut bin. Nur hat dieses Gefühl nie aufgehört. Selbst als ich einer der drei besten Verkäufer bei einem IT-Konzern war, glaubte ich gut genug zu sein.

Also habe ich noch mehr Gas gegeben.

In meinem Fall waren es Muster aus der Kindheit, die mich geprägt haben. Die Gründe können aber völlig unterschiedlich sein.

Auch durchläuft nicht jeder die 12 Phasen bis zum Burnout. Manchmal werden Schritte übersprungen.

Aber eines ist oft gleich. Der Prozess fängt mit Kleinigkeiten und schleichend an.

Wie die 12 Phasen der Burnout Sympthome aussehen, dazu komme ich jetzt.

MIT 34 JAHREN WAR ICH KÖRPERLICH UND MENTAL FERTIG

Phase 1 Der Zwang sich zu beweisen

Du willst die Sachen besonders gut machen und stellst extrem hohe Maßstäbe an Dich selbst. Du willst Dich unbedingt beweisen und alles perfekt machen.

Phase 2 – Verstärkter Einsatz

Die Gefühle aus Phase 1 bauen sich auf. Dabei glaubst Du alles selbst und dringlich machen zu müssen. Du steigerst Dein Tempo und willst alles schnell erledigen, ohne zu deligieren.

Phase 3 – Bedürfnisse vernachlässigen

Aufgrund Deiner Einsatzbereitschaft kommt die Befriedigung Deiner Bedürfnisse zu kurz. Du empfindest Deinen beruflich eingespannten Zustand als normal und angenehm. Erste kleine Fehlleistungen treten auf.

Phase 4  – Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

Konflikte mit Kollegen oder Partnern werden verdrängt. Eigene Bedürfnisse (z. B. Schlaf) werden verschoben und verleugnet. Vergessene Termine und Flüchtigkeitsfehler häufen sich.

Phase 5 – Umdeutung von Werten

Bedürfnisse außerhalb des Berufes verlieren weiter an Bedeutung. Die Wahrnehmung verändert sich und man stumpft ab. Betroffene werden hart und berechnend. Der Zeitbegriff ist gestört. Es gibt nur noch die Gegenwart.

Phase 6 – Verleugnung der Probleme

Die Überarbeitung und auch die Überlastung werden verleugnet. Man beginnt sich abzukapseln. Die Leistung nimmt deutlich ab, während körperliche Beschwerden zunehmen.

Phase 7 – Rückzug

Partner, Freunde und Familie werden als Belastung gesehen, da sie oft Kritik am Verhalten üben. Hoffnungslosigkeit stellt sich ein. Nur noch Dienst nach Vorschrift. Ersatzbefriedigungen wie Essen und Alkohol werden gesucht.

Phase 8 – Verhaltensveränderung

Emotionaler Rückzug. Kritik wird abgewehrt. Flexibilität fehlt. Es wird alles egal. Die Anforderungen an die Arbeit werden als Belastung empfunden. Ausflüchte werden gesucht.

Phase 9 – Despersonalisation

Man fühlt sich nicht mehr, wie man selbst. Frühere Bedürfnisse werden nicht mehr wahrgenommen. Die eigene Gesundheit wird vernachlässigt.

Phase 10 – Innere Leere

Man fühlt sich mutlos, leer, nutzlos, ausgezerrt, ängstlich bis panisch. Es tritt oftmals Suchtverhalten auf.

Phase 11 – Depression

Es kommt zu einer tiefen Verzweifelung, Selbsthass und Erschöpfung. Eigeninitiative und Motivation sind auf dem Nullpunkt. Es kann der Wunsch aufkommen, nicht mehr aufwachen zu müssen.

Phase 12 – Völlige Erschöpfung

Körperlicher, psychischer und emotionaler Zusammenbruch.

Prävention hilft. Nimm mentale Gesundheit bei Dir und auch bei Mitarbeitenden ernst.

Burnout Sympthome erkennen und vorbeugen

Was kannst Du tun?

1. Sei achtsam zu Dir selbst und nimm Dir Zeit für Dich

2. Achte auch auf Dein Umfeld und unterstütze Menschen, die sich auffällig verändern.

Plane Auszeiten für Dich selbst ein und nimm Dir auch Zeit für Deine Familie oder Freunde. Mache das ganz bewusst.

Du musst nicht immer funktionieren. Kommuniziere Deinem Umfeld, auch bei der Arbeit, wenn Du mal eine Pause oder Auszeit brauchst. Die meisten werden es verstehen. Wenn ein Arbeitgeber das nicht versteht, bist Du verkehrt dort.

Fange an ein Tagesjournal zu schreiben. Kein Tagebuch. Schreibe auf, was Dir gut getan hat und wo Dich gestresst oder unzufrieden gefühlt hast. Dadurch wirst Du Muster erkennen, was Du wirklich willst. 

Außerdem erkennst Du frühzeitig, wenn Deine Leistung nachlässt. Du machst es Dir gewusster.

Beschäftige Dich mit Meditation, wenn Du es nicht schon machst. Das muss nicht esoterisch oder übermäßig spirituell sein. Es gibt auch Techniken, die Du während der Arbeit machen kannst.

Meditation hat nicht zwangsläufig mit einem Dämmerzustand zu tun, kann es aber.

uniqueS – a people company

Wir stehen für Wertschätzung gegenüber Menschen in Unternehmen, für die Förderung von Führungskräften, sowie den Mitarbeitenden und allen anderen Menschen.

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Fazit

Burnout oder Depressionen sind keine Marotte von mental schwachen Menschen. Es sind Krankheiten. Aber es muss gar nicht soweit kommen. Prävention, also die Vorbeugung, ist wie die Vitamine, um einer Grippe vorzubeugen.

Neben aller Arbeit und dem Erfolg steht Deine Gesundheit an erster Stelle. Du hast nur die eine. Niemanden bringt es etwas, wenn Deine Leistung einbricht und Du nicht mehr der Mensch bist, den alle mögen.

Bleibe Dir selbst treu und achte auf Dich. Aber auch auf andere, sobald diese sich merklich in ihrem Wesen verändern. Unterstütze sie und hilf ihnen.